Session Proposals

Liveblogging auf Archivtagungen - worauf achten wir?

Barbara Schmidt hat einst zum Liveblogging gefragt: "Er macht es – sie macht es – wir alle machen es; Aber dürfen wir es überhaupt?"

Da spielen neben dem Urheberrecht auch die von Dritten mit. Wie wollen wir, als dem Live-Blogging zugeneigte, Archivar:innen eigentlich damit umgehen bei unseren Tagungen und wie können wir den Rahmen gestalten?

Literaturhinweis: https://dieweltenverbinden.wordpress.com/2018/03/27/er-macht-es-sie-macht-es-wir-alle-machen-es/

Was sind eigentlich Offene Archive? Ein kollektiver Definitionsversuch

Offene Archive als Tagungs- und Arbeitskreistitel, aber doch nicht ganz greifbar. Wie definieren die TeilnehmerInnen Offene Archive und ist es möglich, einen gemeinsamen Definitionsvorschlag zu erstellen?

Wissenstransfer - Eine Aufgabe für die ganze Belegschaft

In vielen Archiven steht ein Generationswechsel an. Dass bei diesem nicht wertvolles Wissen der älteren Kolleg*innen verloren geht, ist eine Aufgabe, in die alle Beschäftigten. Wie das Landesarchiv Berlin diese Aufgabe angegangen hat - über ein elektronisches Beschäftigtenhandbuch (Archiv-Wiki) und die gewonnenen Erfahrungen sollen hier kurz vorgestellt werden.

Oliver Rack

„Zurück in die Zukunft“ - Gesellschaftlicher Zusammenhalt und Vergangenheitskultur unter Anwendung von Open Government und offenen Archiven

Mir geht es in der Session darum, die Idee / Das Thema zu sondieren und Interesse und Möglichkeiten der Archiv-Szene hierzu auszuloten sowie evtl. ähnliche/passende Aktivitäten zu identifizieren u. ggf. zusammenzudenken.

THEMA:

Die zunehmend Einzug haltende Kulturtechnik des Open Governments (siehe Definition Modellkommunen Open Government des BMI) wird i.d.R. in Bezug auf aktuelle Herausforderungen und Prozessen zur Stärkung von Demokartie, Soziwler Innovation sowie Verwaltungsmodernisierung visioniert, erforscht und angewendet. Oft wird überhaupt in den von Transformation geprägten Prozessen eher das Hier und Jetzt in Bezug auf Zukunft diskutiert. Die Reflexion der Vergangenheit und ihre Bedeutung und Wirkung für und auf heutige Prozesse und die Zukunft ist kaum oder gar nicht auf dem Tableau. Die Frage ist: Wie kann ein Bewusstsein für die Suche nach Ursachen, Wurzeln von Faktoren, die auf heutige Positionen und Haltungen nachwirken sowie einfach nur exemplarisch bereits vollzogene Prozesse wieder gestärkt werden? Und können darauf Techniken von Open Government und (lokale) offene Archive sowie eine zeitgemäße „Forensik“ für entsprechende Rekunstruktions- u. Reflexions-Prozessen angewendet werden und gibt es potenzielle konkrete und geeignete Anwendungsfälle?

Was wären auch mögliche „Gefahren“ eines solchen Vorgehens?

Die Aufarbeitung der Demontage einer Kommune im Osten könnte ein solches Beispiel sein und würde signalisieren, dass man sich mit den zurückgelassenen Empfindungen konstruktiv befasst.

Ich hatte etwas ähnliches schon mal in diese Richtung mit einem von der bpb und aus dem Innovationsfonds Kultur Baden-Württembergs geförderten mobilen Projekt als "Collini Social Club" gemacht in Mannheimer Stadtteilen. Wir hatten einen alten Citroen DX zu einem DeLorean aus dem Film "Zurück in die Zukunft" umgebaut und sind mit dieser Zeitmaschine in Stadtteile gefahren, die teils noch nach Jahrzehnten an einem Ereignis oder einem Stadtentwicklungsprojekt knabbern - zB ein Progrom mit einwöchiger Aus- und Eingangskontrolle; eine Öko-Neubaugebiet voller SUVs; eine Identitätslücke nach dem Abzug von 30.0000 US-Soldaten; einer verschobenen städtischen Flächenökonomie; einer Straßenbahn, die (gefühlt) keiner braucht etc. - und haben die damaligen (teils verfeindeten) Akteure in Dialog gebracht, unter Beisein jüngerer Generationen, um neuen Nachvollziehbarkeiten zu schaffen und auch falsch oder unvollständig tradiertes Wissen erneut zu ordnen und somit mit anderem Blick und anderer Haltung sowie aus Fehlern Erlerntes in die Zukunft zu gehen - "zurück in die Zukunft" eben.

https://youtu.be/Op7YMl0nTu8

http://collinisocialclub.org/#collinisocialclub

Modellkommunen Open Government

Projektbericht

http://open-government-kommunen.de/?page_id=2155

Leitfaden

http://open-government-kommunen.de/?page_id=2137

Rekonstruktion zerrissener Stasi-Unterlagen

Das Ministerium für Staatssicherheit hinterließ bei seiner Auflösung 1989/90 auch Tausende Säcke mit zerrissenen Unterlagen. 1995 begannen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Stasi-Unterlagen-Archivs, diese Schnipsel aus wichtigen operativen Diensteinheiten der ehemaligen Geheimpolizei manuell wieder zusammenzusetzen. Seither sind so mehr als 1,6 Millionen Seiten entstanden und den Archivbeständen hinzugefügt worden. Parallel ist seit 2007 eine IT-gestützte Lösung, die virtuelle Rekonstruktion, in der Entwicklung. Rund 91.000 Seiten wurden in diesem Pilotprojekt bislang rekonstruiert. Zurzeit sind noch rund 15.500 Säcke mit Schnipseln vorhanden. Die Rekonstruktion bleibt daher für lange Zeit eine wichtige Aufgabe. Arbeitsabläufe, technische Möglichkeiten und Herausforderungen der Rekonstruktion zerrissener Stasi-Unterlagen sind Thema des BarCamps.

Es berichten Ute Michalsky und Dr. Juliane Schütterle – Projektleitung Rekonstruktion zerrissener Stasi-Unterlagen beim BStU.

Auf der Suche nach Kulturgutverlusten. Ein Spezialinventar zu den Stasi-Unterlagen

Provenienzforschung zu Kunst- und Kulturgegenständen aller Art erlebt in den letzten Jahren eine erhöhte Aufmerksamkeit. Auslöser war u. a. der Fall Gurlitt, der zu Restitutionsforderungen bezüglich hochkarätiger Kunstobjekte führte, die im Nationalsozialismus ihren ursprünglichen Besitzerinnen und Besitzern entrissen worden waren.

In Zusammenarbeit mit dem Deutschen Zentrum für Kulturgutverluste machten sich Arno Polzin und Ralf Blum (beide Mitarbeiter im Stasi-Unterlagen-Archiv) im Rahmen eines Forschungsprojektes auf Spurensuche nach Belegen zu Kulturgutverlusten in den Stasi-Unterlagen.

Im BarCamp erläutern sie ihre Strategie und die Herausforderungen für eine Suche nach Belegen in einer geheimpolizeilichen Überlieferung. Im Gespräch stellen sie ihre Vorgehensweise vor und umreißen, welche Ergebnisse zu erwarten sind.

Offene Archive - Offene Archivsoftware

Das Zeitalter der Datensilos geht auch in Archiven seinem Ende entgegen.

Trotzdem arbeiten wir noch mehrheitlich mit Archivinformationssystemen, für die Veröffentlichung, Linked Data und Nutzerpartizipation nicht integraler Bestandteil der archivischen Erschließung sind.

Was können wir tun, um hieran etwas zu ändern?

Die Teilnehmer*innen sind aufgefordert, eigene Erfahrungen mit und Wünsche an Offene Archivsoftware einzubringen.

Als Input gibt es – falls gewünscht – eine kurze Präsentation der semantischen Erschließung mit Omeka S.

Informationsverhalten von Archivnutzenden - Ein Forschungsüberblick

Für wen oder was machen wir dieses ganze "Archiv" und "Digitalisierung" eigentlich? Und kommen der oder diejenigen überhaupt damit klar?

Meine Theorie ist: Onlineangebote von Archiven sind von Archivar*innen für Archivar*innen gestaltet. Aber nicht für die Nutzenden.

In der Session sollen aktuelle Studien zum Informationsverhalten von Archivnutzenden vorgestellt und diskutiert werden.

Wikidata und Archive – Archive und Wikidata · Ein Hands-On Workshop in drei Teilen

Die freie Wissensdatenbank Wikidata hat in jüngster Zeit starken Zuspruch von Seiten der GLAM-Einrichtungen erhalten. Archive können sie in mehrfacher Hinsicht einsetzen, sei es bei der verbesserten Darstellung von Bestandsinformationen, sei es bei der Zusammenarbeit mit den Benutzer/innen oder in der Archivpädagogik.

Wikidata ist das Mittel der Wahl, wenn es darum geht, Wissen um Archivalien mit Informationen zu den Akteuren und Ereignissen zu vernetzen.

Beispiele für den Einsatz von Wikidata sind das Suchportal der ETH-Bibliothek oder der Thesaurus im Archivführer zur deutschen Kolonialgeschichte, der vollständig auf Beiträgen aus der Community basiert. (www.archivfuehrer-kolonialzeit.de/thesaurus )

Voraussetzung für einen erfolgreichen Einsatz ist allerdings das grundlegende Verständnis des Werkzeugs und der sich anbietenden Möglichkeiten.

Der geplante Workshop besteht aus drei Teilen, die unabhängig voneinander besucht werden können. Er richtet sich an Einsteiger/innen und führt in die Grundlagen von Dateneingaben und -abfragen ein. Er soll einen Einblick in das Potential von Wikidata vermitteln. Und vielleicht entsteht ja im gemeinsamen Austausch auch die eine oder andere Idee für mögliche Anwendungsszenarien.

Es wird darum gebeten, eigene Geräte mitzubringen. (Eventuell muss privat für den notwendigen Internetzugang gesorgt werden)

 Teil 1: Wikidata anreichern.

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Was ist Wikidata? Wie werden Daten erfasst?

Es werden u.a. praktische Übungen zur manuellen Datenerfassung angeboten.

(U. Jung, M. Gasser, Alle Teilnehmer/innen)

45 min

 

Teil 2: Datenanreicherungen durch Archive

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Die Eigenschaft «archives at» in der Praxis. Vorstellung des Tools OpenRefine. Wikidata in Retrievalsystemen. Praxibeispiele: ETH-Bibliothek und Archivführer zur deutschen Kolonialgeschichte.

{Dieser Workshop korrespondiert mit dem bisherigen Sessionvorschlag „Wikidata-Nutzungsmöglichkeiten für Archive“ von Michael Gasser}

(M. Gasser, U. Jung, Alle Teilnehmer/innen)

60 min (mit Pause)

 Teil 3: Abfragen in Wikidata

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Einführung in die Grundlagen von Wikidata-Datenabfragen mit Hilfe der Abfragesprache SPARQL. Praktische Übungen mit dem Wikidata Query Tool.

(U. Jung, M. Gasser, Alle Teilnehmer/innen)

30 min

 Sessionleitung:

Michael Gasser, Leiter des Archivs an der ETH Zürich

 Uwe Jung, FH-Potsdam, FB Informationswissenschaften

Uwe Jung studierte Afrikanistik sowie Bibliotheks- und Informationswissenschaften. Er ist maßgeblich am Projekt „Quellen zur Kolonialgeschichte“ beteiligt.

Friedrich der Dritte spricht - ein CodingDaVinci Projekt, um Archivinhalte erfharbar zu machen

Im Rahmen von Coding DaVinci Rhein Main entwickelten wir als Drei-Personen-Team einen Alexa Sprachbot, der auf Basis der Regesten der mittelalterlichen Kaiser (Projekt bei der Akademie der Wissenschaften in Mainz) einen Dialog mit historischen Personen (in unserem Fall Kaiser Friedrich III. HRH) ermöglicht.

Während dieser Session möchte ich über die technische Umsetzung hinter dem Sprachbot sprechen, auf die Rolle offener und maschinenlesbarer Daten eingehen und Ideen entwickeln, wo & wie ähnliche Formate auch anderen Einrichtungen bei der Vermittlung ihrer Inhalte helfen können.

Der Kultur-Hackathon Coding da Vinci

Sessionleitung: Philippe Genêt, Geschäftsstelle Coding da Vinci , Projektkoordinator

Zwischen Standard und Punk - die digitale Edition eines Punk-Zines

Das Berliner Förderprogramm Digitalisierung besteht seit 2012. Mehr als 80 Projekte wurden seitdem von digiS bei der digitalen Öffnung ihrer Sammlungen begleitet und aktiv unterstützt. In diesem Jahr ist erstmals das Berliner Archiv der Jugendkulturen im Kreis der digis-Partner vertreten. In unserer Input-Session laden wir Euch dazu ein, gemeinsam mit uns zu diskutieren, was eine nachhaltige Förderung im Bereich Digitalisierung und digitale Öffnung im Hinblick auf Archive und hier insbesondere in Bezug auf nicht-staatliche Einrichtungen bedeutet. Wie die praktische Umsetzung im Förderprogramm aussieht, wird das Archiv der Jugendkulturen anhand seines sehr außergewöhnlichen Projektes erläutern: Der digitalen Edition eines West-Berliner Punk-Zines. Anhand dieses Projekts werden beispielhaft sowohl fachlich-inhaltliche Fragen, organisatorische und infrastrukturelle Herausforderungen als auch ethische und rechtliche Aspekte der Digitalisierung von Kulturgut veranschaulicht.

Crowdsourcing aus Sicht der Archive

Vorstellung des gleichnamigen Blogs der VSA Arbeitgruppe "Zugang und Vermittlung" zum Thema Crowdsourcing und User Generated Content.

Siehe: https://vsa-aas.ch/ressourcen/zugang-und-vermittlung/crowdsourcing-aus-sicht-der-archive/

Vom Knast in die Kita - Ein Erfahrungsbericht über den Wechsel vom Archiv in die Registratur

Wie gestaltet sich der Wechsel des Arbeitsbereichs vom Ende des Lebenszyklus von Akten an den Anfang? Kann das Archiv immer mitgedacht werden? Was läuft anders? Nach 14 Jahre im Staatsarchiv, leite ich als ausgebildete Archivarin seit anderthalb Jahren die Zentralregistratur einer mittelgroßen Behörde und betreue die ihr zugehörigen Einrichtungen in einer größeren Fläche. Ich freue mich über einen Austausch zu den Themen des Records Managements. Tipps zu Schulungen im Bereich Schriftgutverwaltung inklusive.

Sind lokale Medienarchive Teil des digitalen Gedächtnises der Regionen?

Lokale Rundfunk- und Fernsehsender, Uniradios ..... die Medienvielfalt jenseits der grßen öffentlich-rechtluchen oder privaten Sendeanstalten hat zugenommen und sich etabliert. Häufig besitzen die lokalen Radiostationen ein höhere Reichweite als als die großen Sender. Die Archivierung ist rechtlich nur unzureichend geregelt. Dies ist wohl ein Grund, warum sich die Überlieferung lokaler Sender eher selten in regionalen Archiven findet. Denn bis Ende 2017 war in der Bundesrepublik nur ein Archiv bekannt, dass ein Sendearchiv eines lokalen Senders übernommen. Die Erfahrungen werden hier kurz vorgestellt und diskutiert werden.

Haste Töne? Regionale Klangarchivierung - eine Aufgabe für (Kommunal-)Archive?

Neben der intensiven Nutzung von Fotos und Filmen in Archiven tritt die Nutzung des Audio-Archivgutes (bspw. Sammlung zur lokalen Musikszene, Sitzungsmitschnitte der kommunalen Parlamente) in der Regel zurück. Die Welt der soundtracker und soundmaps hat die deutschen Archive noch nicht erfasst. Aber: ist die Archivierung von Klanglandschaften überhaupt eine Aufgabe für '(Kommunal-)Archive? Ist die Soundüberlieferung überhaupt archivwürdig? Wenn ja, wie könnte Nutzungsszenarien aussehen?

Patrick Frischmuth

Was Sie schon immer übers Crowdsourcen wissen wollten

Um langfristig Crowdsourcing in Archiven und Bibliotheken mit Erfolg zu betreiben, gibt es wesentliche Faktoren, die beachtet werden sollten. Das Bildarchiv der ETH-Bibliothek betreibt seit rund 10 Jahren Crowdsourcing. Wir können also aus einem grossen Erfahrungswissen schöpfen.

Nicole Graf (ETH Zürich) geht auf Georeferenzierung und Metadatenmanagement, Community-Aufbau- und Management, Ressourchen sowie dem Aufwand und dem Ertrag ein.

Hoffentlich nicht parallel ......
Thomas Wolf, 04.09.2019

Die Quadratur des Bildes - Dein Archiv gehört nicht auf Instagram

Der im ARCHIVAR abgedruckte Werkstattbericht des Vortragenden bejahte vor anderthalb Jahren noch die Präsenz von Archiven auf Instagram. Mit etwas Abstand lässt sich jedoch eine Ernüchterung feststellen. Lässt sich die Archivszene auf der Bilderplattform noch retten?

Ziel: Die Teilnehmenden der vorgeschlagenen Session kennen am Ende best - und nicht so best - practises und können realistisch einschätzen, ob sich der Aufwand der Einrichtung und Pflege eines Profils lohnt.

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